AK Antifa Mainz

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Solidarität mit Israel! Deutschland das Existenzrecht entziehen!

Aufruf zur Demonstration am 16.06. in Frankfurt/M

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnet den Holocaust als „Mythos“ und ruft zur Vernichtung Israels auf. Unterdessen planen Nazis anlässlich des WM-Spiels Iran – Portugal am 17. Juni einen Aufmarsch unter dem Motto „Präsident Ahmadinedschad – Zu Gast bei Freunden“. Wir wollen das unsägliche Treiben dieser antisemitischen Allianz stören und laden daher zu einer Demonstration gegen Antisemitismus jeglicher Provenienz und die deutschen Zustände ein.


Im Gefolge der Revolution von 1979 wurde der Iran zu einem autokratisch regierten Gottesstaat umgebaut, der repressiv gegen Frauen und dissidente Bevölkerungsteile vorgeht. Innerhalb der islamischen Welt beanspruchen die iranischen Mullahs seitdem eine Avantgarderolle bei der Verbreitung ihrer antisemitischen Ideologie und rufen zu einem globalen Krieg gegen Israel auf. Erst vor dem Hintergrund der atomaren Aufrüstung des Iran sowie der wiederholten Holocaustleugnung seitens Mahmud Ahmadinedschads setzte nun in Europa eine Debatte über die Zustände im Iran ein. Obwohl noch unklar ist, ob Ahmadinedschad zur WM nach Deutschland reisen wird, verspricht Innenminister Schäuble, ihm ein „guter Gastgeber“ zu sein – so offenherzig werden Holocaustleugner selten begrüßt. Die präventive Gastfreundschaft ist nicht ohne die engen ökonomischen Verflechtungen beider Länder zu verstehen – Deutschland ist der größte Handelspartner des Iran. So stammt etwa der Fuhrpark der iranischen Sittenpolizei aus der BRD.

Bereits in den 1940er Jahren führten ideologische Überschneidungen zu praktischer Kooperation von NationalsozialistInnen und IslamistInnen. In dieser Tradition stehend fordern die Freien Nationalisten Rhein/Main in ihrem Demonstrationsaufruf die kollektive Fraternisierung mit dem iranischen Regime, jedoch nicht ohne gleichzeitig in rassistischer Manier gegen die „Masseneinwanderung und die Zersetzung des deutschen Volkes“ zu hetzen. Die IslamistInnen sind ihnen dann als strategische Partner willkommen, wenn sie sich zum völkischen Kollektiv im Kampf gegen eine von ihnen halluzinierte jüdische Weltverschwörung formieren. Dem antisemitischen Wahn entsprechend vermuten die Nazis diesen „Kulturfeind“ nicht nur in Israel, sondern als Strippenzieher hinter allen scheinbaren Übeln der Moderne, so auch in der „Stadt der Börse und der Banken, dem Jerusalem am Main“ – gemeint ist Frankfurt.

Hinter der durchsichtigen Fassade zivilgesellschaftlicher Empörung über den Radau-Antisemitismus der Nazis und IslamistInnen tut sich in Deutschland ein breit angelegter anti-semitischer Konsens auf. Laut der 2005 erschienen Heitmeyer-Studie ärgern sich 68% der Bevölkerung darüber, „dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“ und ebenso viele befinden: „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“. Die Deutschen, die sich spätestens seit 1989 als Aufarbeitungsweltmeister insze-nieren, sehen sich nun in der moralisch erhabenen Position, den jüdischen Staat als Täter von heute anzugreifen. Israel, das Jüdinnen und Juden auf politischem und militärischem Wege Sicherheit zu garantieren versucht, muss darum unsere volle Solidarität gelten. Anstatt wie die meisten Deutschen offen den Bestand Israels zu negieren oder paternalistisch ein Existenzrecht des jüdischen Staates einzuräumen, wenden wir uns gegen Deutschland, das Land der TäterInnen, dem wir angesichts seiner Verbrechen das Existenzrecht absprechen.


Demonstration:
Freitag 16. Juni 2006
18 Uhr Merianplatz (U4) FfM

Bündnis 16.06.
[AK Antifa Mainz, Bündnis gegen Antisemitismus Rhein/Main, Comité Liberté Gießen, FDJ Frankfurt, sinistra! Frankfurt, Zusammenschluss antideutscher Kommunistinnen Heidelberg]

UnterstützerInnen:
A2K2 [west. Ruhrgebiet], [aae] Marburg, Antifaschistischer Aufstand Köpenick (AAK) Berlin, Antifaschistische Gruppe Oranienburg [A.G.O.], Antinationale Gruppe Bremen [ANG], CCP - Charlie Churchills Papagei, mila26 Erfurt, ZK der Proseccosozialisten Stuttgart
[wird fortlaufend aktualisiert]

page: www.israel-solidaritaet.tk
mail: gegenantisemitismus[AT]gmx.net



Relevante Dates:

Do. 15.06.: Vortrag von Andrei Markovits: Amerika, dich hasst sich´s besser - Antiamerikanismus und Antisemitismus
in Europa. 20 Uhr - Café Kurzschlusz [Kleiststr. 5, FH]

Do 15.06.: Vortrag von Stephan Grigat: Israelsolidarität und Kritik der politischen Ökonomie. 20 Uhr - HavannaAcht Marburg.

Sa. 17.06.: Aktuelle Infos zum Naziaufmarsch:
antifa.frankfurt.org

Sa. 17.06.: Kundgebung gegen das iranische Regime: 14 Uhr
Opernplatz [mehr: www.honestly-concerned.org ]

Demo gegen Deutschland und den WM-Wahn in Kaiserslautern

13. Mai, Koblenz: Naziaufmarsch und NS-Verherrlichung stoppen!

Neonazis planen am 13.05.2006 eine Doppeldemo in Marienfels (Rhein-Lahn-Kreis) und Koblenz für den Wiederaufbau des von Antifas gefällten "Denkmals des I. SS-Panzerkorps“ (ehemals Marienfels).

Beginn der Nazidemos ist um 12:00 Uhr in Marienfels und um 15:00 Uhr in Koblenz (HBF). In Koblenz ist eine Antifa-Demo angemeldet. Sie beginnt um 12:00 Uhr am Markenbilchenweg/Ecke Südallee.

Anmerkung:
Die Antifa-Demo ist wegen schikanöser Auflagen der Stadt Koblenz abgesagt. Denoch wird weiterhin nach Koblenz mobilisiert. Eine Möglichkeit gegen den Aufmarsch der Nazis zu protestieren ist z.B. die Demo des DGB ab 14:30 Uhr . Alles weitere bleibt Eurer Kreativität überlassen. Stellt Euch auf massive Vorkontrollen der Polizei ein.

DEN NAZIAUFMARSCH IN KOBLENZ VERHINDERN!